Rund um das Dorfgemeinschaftshaus in Schannenbach ist in den letzten Jahren ein Geopunkt-Ensemble entstanden, das über die Geologie des Krehbergs und die Steinindustrie in der Region informiert. Ausstellungsobjekte wie bearbeitete Steine oder Werkzeuge zur Hartsteingewinnung geben einen lebendigen Eindruck in die Lebenswelt der Steinbrucharbeiter und Steinmetze. Das neue Ensemble ist ein Gemeinschaftsprojekt des Verschönerungsvereins Schannenbach, der Gemeinde Lautertal und des Geo-Naturparks Bergstraße-Odenwald.

Im August wurde die vierte und letzte Geopunkttafel, die den Weg vom rohen Stein zum bearbeiteten Produkt zeigt, eingeweiht. Geo-Naturpark-Geschäftsführerin Dr. Jutta Weber, Bürgermeister Andreas Heun und Dr. Nathalie Benker vom Verschönerungsverein Schannenbach hatten eingeladen.
Bereits im September 2022 entstand hier ein kleines Freilichtmuseum zur Steinbearbeitung mit drei Geopark-Schautafeln zur Geologie, Geschichte und wirtschaftlich-sozialen Bedeutung des Abbaus sowie die bei der Steinbearbeitung verwendeten Werkzeuge.
Dazu wurden charakteristische Steinblöcke gruppiert, die die farbliche Vielfalt der abgebauten Gesteinsvarietäten, die Spalttechniken im Hartgestein, den Transport der Rohblöcke oder Halbfertigprodukte, sowie die Arten der früher üblichen Oberflächenbearbeitung zeigen.
Im Dorfgemeinschaftshaus Schannenbach ist nun zudem eine Vitrine mit einem kompletten Werkzeugsatz von damals zu sehen.
Die Steinindustrie im Odenwald und speziell am Krehberg (576 m) förderte Diorit und Gabbrodiorit für Baumaterial wie Treppenstufen, Türstürze und Fenstergewände. Ende des 19. Jahrhunderts blühte die Branche, die diesen wertvollen Rohstoff gewann. Die „blauen“ Steine fanden guten Absatz. Etwa 100 Jahre lang währte diese Wirtschaftsblüte, die vielen Schannenbacher Familien das tägliche Brot bescherte.
Text: M. Hiller Fotos: Ph. Kriegbaum
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